Bei sprachlichen Problemen helfen sich Geflüchtete selbst

Kommunikation ist fast alles. Deswegen ist es vor allem bei behördlichen oder ärtzlichen Besuchen sehr wichtig sicher zu stellen, dass die Klienten alles genau nachvollziehen und verstehen. Daher hat das Netzwerk einen Pool aus ehrenamtlichen SprachmittlerInnen aufgebaut, die bei Behördenbesuchen, Anwaltsterminen, der Kommunikation mit ausländischen Konsulaten zwecks Familienzusammenführung sowie KiTa- und Schulgesprächen unterstützen.
Die SprachmittlerInnen bestehen zum einen Teil aus ausländischen Studierenden der TU Ilmenau und zum anderen aus den Geflüchteten selbst. Viele neue MitbürgerInnen haben mittlerweile ein so gutes Deutschniveau erlangt, dass sie anderen neu angekommenen Menschen bei sprachlichen Problemen helfen können und sich somit auch ehrenamtlich engagieren. Auch dadurch fühlen sich die neuen MitbügerInnen ein stückweit selbstständig und haben die Möglichkeit sich in die Gesellschaft einzubringen.
Zum anderen haben auch Institutionen mit Unterstützung von teilweise bezahlten DolmetscherInnen sowie Broschüren und anderen Hilfsmitteln, eine verbesserte Kommunikation ermöglicht. Seit Anfang des Jahres konnten wir als Netzwerk in über 70 Fällen unterstützen.

Teilhabe durch Sprache und Bildung

Der beste Weg Menschen in eine neue Gesellschaft zu helfen, geht über die Sprache und Bildung. Um Menschen bei diesem Weg zu unterstützen hat das Netzwerk eine Hausaufgabenunterstützung für Kinder und Jugendliche etabliert. Hierbei liegt der Fokus darauf, SchülerInnen bei ihren Hausaufgaben und schulischen Sachverhalten zu unterstützen, sie gut auf Prüfungen vorzubereiten oder auch mit ihnen spielerisch Deutsch zu lernen.
Zurzeit engagieren sich Studierende der TU Ilmenau und berufstätige IlmenauerInnen und versuchen unterstützend für die neuen MitbürgerInnen eine schulische und sprachliche Basis zu schaffen.
Da das neue Schuljahr begonnen hat und auch immer mehr Familiennachzüge zu verzeichnen sind, steigt der Bedarf an Menschen, die die neuen MitbürgerInnen bei schulischen und sprachlichen Fragen unterstützen können. Die Menschen die zu uns kommen sind sehr divers, sei es vom Alter, Schulstand oder dem Sprachniveau. Daher würden wir uns über weitere engagierte Menschen freuen, welche vor allem den Kindern und Jugendlichen den Einstieg in die neue Sprache und Schule erleichtern.
Zukünftig möchten wir unser Angebot auch auf Berufsschulen erweitern, da es aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten und inhaltlich komplexen Zusammenhängen oftmals schwierig ist die Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
Daher fordern auch wir als Netzwerk, den Menschen mehr Zeit zu geben um die deutsche Sprache zu erlernen und zudem Rücksicht auf ihre zum Teil schwierige Situation zu nehmen. Unteranderem könnten Berufsschulen Lernmaterialien in der jeweiligen Heimatsprache und andere Prüfungsalternativen anbieten und zudem mehr Zeit für die Ausbildung bereit stellen. All diese Schritte wären möglich, wenn auch ein behördlicher Wille da wäre um den Menschen eine schaffbare Chance zu geben sich in der Gesellschaft zu engagieren und teilzuhaben.

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Ilmenauer Flüchtlingsnetzwerk begrüßt alle Menschen im neuen Jahr

Bei perfektem Sonnenschein begrüßte das Ilmenauer Flüchtlingsnetzwerk alle interessierten Menschen in der Franz von Assisi Schule zu einem gemütlichen Fest. Neben Kaffee und Kuchen war mit einem reich gedeckten Mitbring-Buffet für jeden Geschmack etwas dabei und es konnte sich durch die verschiedensten internationalen Köstlichkeiten probiert werden.

Wer Interesse hatte konnte sich beim Falafel-Workshop selbst ausprobieren und frischen Falafelteig unteranderem in Herzchenform ausbacken.
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