Pat*innenprogramm

Um die Flüchtlingsfamilien in Ilmenau bei ihren ersten Schritten im neuen Alltag zu begleiten, hat das Netzwerk ein Patenschaftsprogramm auf den Weg gebracht. Mehr als 50 Pat*innen engagieren sich ehrenamtlich für die Neuankömmlinge in Ilmenau. Allein oder im Team fungieren die Pat*innen dann als Ansprechpartner*innen für auftretenden Fragen und Probleme.

Der Kontakt zu den Familien entsteht meist über die Sozialarbeiterinnen oder die Mitarbeiter*innen des Jobcenters, die die Flüchtlinge unmittelbar nach ihrer Ankunft in Ilmenau betreuen und den Familien dabei auch vom Patenschaftsprogramm erzählen. Ist eine Patenschaft gewünscht, versucht das Netzwerk, baldmöglichst eine solche Patenschaft zu vermitteln.

Begleiten, unterstützen, da sein

Allein oder im Team fungieren die Pat*innen als Ansprechpartner*innen für alle auftretenden Fragen und Probleme: Wo kann ich günstig einkaufen? Wie kommt mein Kind zur Schule? Und wie funktioniert das mit den Bussen in Ilmenau? Kurz: Sie begleiten, unterstützen und helfen, wo sie gebraucht werden, und sind für die Familie da. Meist geplant, bei der Hausaufgabenhilfe oder einem Behördengang, manchmal aber auch spontan auf Zuruf, zum Beispiel, wenn plötzlich ein Behördenbrief im Briefkasten liegt, der übersetzt werden muss. Für diesen Zweck verfügt das Netzwerk auch über einen Pool von Übersetzer*innen, die die Patenfamilien bei Bedarf unterstützen.

Von A wie Asyl bis Z wie Zahnarzt

Aber auch in anderen Bereichen unterstützt das Netzwerk die Paten von Anfang an, zum Beispiel bei der Kommunikation und Absprachen mit den Sozialarbeiter*innen des Landratsamtes, dem Klären von Verwaltungswegen, durch Schulungen und eine ausführliche Informationsbroschüre, in der von A wie Asylverfahren und Arztbesuche über K wie Kindergarten und M wie Mülltrennung bis hin zu Internetnutzung und Wohnungssuche alle wichtigen Themen aufgelistet, erklärt und mit Ansprechpartnern versehen sind. Darüber hinaus organisiert das Netzwerk ganzjährig Veranstaltungen und Aktivitäten wie einen Stadtspaziergang oder gemeinsames Plätzchenbacken für alle Familien.

Pat*innenstammtisch ermöglicht Austausch

Wichtig ist uns, dass die Pat*innen wissen: Sie sind nicht allein und sie müssen nicht jedes Problem ihrer Familie lösen.

Einmal im Monat findet deshalb auch ein Pat*innenstammtisch statt, bei dem in gemütlicher Runde Probleme und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Die Dauer einer Patenschaft orientiert sich am Bedarf im Einzelfall. Ziel des Patenprogramms ist es, dass die Familien, sobald sie sich nach ihrer Ankunft orientiert haben und ihre Grundversorgung abgeschlossen ist, zunehmend selbstständig in Ilmenau bewegen.

Weitere Pat*innen gesucht

Wir suchen weiterhin neue Pat*innen! Denn zum einen ziehen immer wieder neue Familien nach Ilmenau. Zum anderen sind auch die bisherigen Pat*innen dankbar über weitere Unterstützung.

„Was mir die Arbeit im Netzwerk gebracht hat? Neue Freundschaften, ein gutes Gefühl, kulinarische Entdeckungen, kulturelle Einblicke, menschliche Nähe, dankbare Menschen und lachende Kinderaugen. Was ist schöner, als von den Patenkindern und ihren Eltern ‚Opa‘ genannt zu werden?“
Oswald, Pate einer irakischen Flüchtlingsfamilie

Wenn auch du Unterstützer*in sein möchtest, melde dich bei uns!
Kontakt: paten@refugees.iswi.org