Veranstaltungsbericht: Phonetik-Workshop am 7.9.

Am Samstag, den 7. September fand von 14.30 Uhr bis 16.45 Uhr im Begegnungszentrum ein Phonetik-Workshop mit Sprachtrainerin Christina Stute zur Verbesserung der Aussprache und des Trainings einer akzentfreien Aussprache statt. Ganz nach dem Motto „Sprache lernt man nur durch Sprechen“ ging es um die Grundlagen der deutschen Phonetik, ihre Regeln und Herausforderungen. Auch wurde spielerisch und in Übungen die Aussprache trainiert und gemeinsam diskutiert was beim Sprechen von Deutsch schwierig ist.

Insgesamt nahmen 12 Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Jordanien sowie ein internationaler Studierender der TU Ilmenau aus Indonesien am Workshop teil. Zunächst wurde mit Korken die Aussprache geübt. Anschließend wurde darüber gesprochen wie Deutsch klingt. Die Eindrücke reichten dabei von „schnell und nicht so deutlich“, über „kompliziert (vor allem im Hinblick auf die Grammatik)“ und „langweilig“ bis hin zu „nicht romantisch“ oder „Sprache wie Musik“. Wichtig ist zu merken: „Fehler sind erlaubt“. Anhand der Lieblingswörter der Teilnehmenden wurde dann noch die Sprachmelodie und Umlaute geübt sowie Ausspracheregeln diskutiert. Einen guten Tipp für eine bessere Aussprache gab es zum Schluss: einfach mal öfter das Radio anschalten und genau hinhören!

Wir bedanken uns bei Christina Stute und allen Teilnehmenden ganz herzlich für den tollen Workshop. Ein paar Eindrücke findet ihr hier. Fotos: Andreas Weidner

Nähkurs ist gestartet

Am Montag, den 19. August, startete unser Nähkurs in Kooperation mit dem „Projekt ViEr – Vielfalt erleben“ der jipi gUG. Mit dabei waren insgesamt 10 zugewanderte und zwei deutsche Frauen. Wir haben uns zunächst am Schülerfreizeitzentrum  getroffen, uns kennengelernt und Organisatorisches besprochen.

Der Kurs wird nun jeden Montag von 16.30 – 18.00 Uhr im Schülerfreizeitzentrum im KJR Raum stattfinden.

Zur Verfügung stehen vier Nähmaschinen, auf denen schon mal erste Versuche unternommen wurden. Manchen fiel es ganz leicht, die vorgezeichneten Linien auf einem Papier zu treffen, anderen fiel die Koordination mit dem Fußgaspedal, das Regulieren der Geschwindigkeit sowie das Treffen der Linien, noch etwas schwer. Spaß hatten jedoch alle, nachdem klar war: wer das hier schafft mit links, rechts, geradeaus und Kurven zu fahren,  während man gleichzeitig noch das Gas dosieren muss, der/die wird auch die Führerscheinprüfung bestehen.

Zwei Frauen können bereits sehr gut mit der Nähmaschine nähen und waren so in der Lage die anderen Frauen anzuleiten. Wir hatten eine Frau dabei, die Übersetzungshilfe geleistet hat. Ziel ist es, im Kurs Deutsch zu sprechen und zu lernen, gemeinsam zu nähen oder andere Handarbeiten zu meistern. Der Kurs soll dann selbstständig weitergeführt werden. Die Sachen, die daraus entstehen, können eventuell in Zukunft verkauft werden.

Der Plan für Montag, den 26. August, war es, gemeinsam Taschen zu nähen.

Phonetik-Workshop für Geflüchtete und Migrant_innen

Am Samstag, den 7. September findet von 14.30 Uhr bis 16. 45 Uhr ein Workshop mit Sprachtrainerin Christina Stute zur Verbesserung der Aussprache und des Trainings einer akzentfreien Aussprache statt. Dabei werden u.a. folgende Aspekte angesprochen:

– Grundlagen der deutschen Phonetik, Regeln und Herausforderungen
– Spiele und Übungen, mit denen die Aussprache trainiert wird
– Vergleich der Ursprungssprachen mit Deutsch
– Erkennen, was schwierig beim Sprechen von Deutsch ist und
anschließende Übungen
– Sehen, dass Sprechen Spaß machen kann 🙂

Veranstaltungsort ist das Begegnungszentrum am Wetzlarer Platz 1. Zielgruppe sind Geflüchtete und Migrant_innen aller Sprachstufen. Die Teilnahmezahl ist auf 15 Teilnehmer_innen begrenzt. Wir bitten daher um vorherige Anmeldung unter refugees@iswi.org

Kommt vorbei und/oder verbreitet die Information!

Rom – Italien: ein Reisebericht

Am Mittwoch, den 21. August luden wir gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Thüringen e. V. und der Volkshochschule Ilmenau um 19 Uhr zu einer Lesung und Diskussion zur Situation obdachloser Geflüchteter in Italien in die Volkshochschule Ilmenau ein.

Ca. 20 Teilnehmende hörten der Lesung des alternativen Reiseberichts von Inka Rehbehn zu, die im Rahmen ihres Studiums der Internationalen Sozialen Arbeit von September 2017 bis April 2018 mit der italienischen Organisation MEDU (Ärzte für Menschenrechte) in Rom/Italien verschiedene Orte besuchte, an denen Geflüchtete in Siedlungen auf der Straße leben. MEDU bietet eine medizinische Notfallversorgung für obdachlose Geflüchtete sowie legale Beratung an. In Rom fährt ein dafür ausgestatteter Camper regelmäßig an diese Orte. Inka schilderte in ihrem Reisebericht eindrücklich ihre persönlichen Eindrücke und erzählte von einer ganz anderen Seite Italiens – jenseits von Stränden, Pizza und Urlaubsflair.

An Orten wie dem Piazzale Maslax, dem Bahnhof Termini sowie der Via Vannina leb(t)en viele Geflüchtete unter menschenunwürdigen Bedingungen in der Obdachlosigkeit – ohne ein sicheres Dach über dem Kopf, ohne Verpflegung, Zugang zu Wasser, Strom sowie ohne ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung.  Die Orte wechseln ständig, da sie regelmäßig von staatlicher Seite geräumt werden. Doch ziehen die Geflüchteten dann meist einfach weiter, die Wohnungssituation der Menschen ändert sich dadurch nicht.

Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind vielfältig. Anspruch auf einen Platz in offiziellen Unterkünften gibt es nur während des Asylverfahrens – viele Geflüchtete, wie bspw. aus Marokko oder Algerien – werden oft erst gar nicht in das Verfahren aufgenommen, sondern bekommen gleich ein sogenanntes Foglio di via ausgestellt, welches sie dazu auffordert Italien innerhalb von 7 bis 15 Tagen zu verlassen. [1]Auch erlischt der Anspruch auf einen Platz in der Unterkunft, wenn ein_e Asylbewerber_in eine Sammelunterkunft für kurze Zeit und ohne Angabe von Gründen verlässt. Manchmal reicht nur eine Nacht um das Recht auf einen Schlafplatz zu verlieren. [2] Von der Obdachlosigkeit betroffen sind auch etliche sogenannte „Dublin-Rückkehrer_innen“, die bspw. aus Deutschland nach Italien abgeschoben worden sind, da sie zuvor in Italien registriert wurden. In kein anderes EU-Land hat Deutschland im Jahr 2018 so viele Geflüchtete zurückgeführt wie nach Italien [3].

Der Reisebericht veranschaulichte auch durch das nach der Lesung vorgestellte Bild- und Videomaterial eindrucksvoll die Auswegslosigkeit und Müdigkeit, die diejenigen Geflüchteten empfinden, die obdachlos in Italien leben, sowie die Rolle, die konkrete EU-Politik dabei spielt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Kooperationspartnern Flüchtlingsrat Thüringen e.V., PRO ASYL, Bundes- und Landesprogramm „Denk bunt“, Freistaat Thüringen, Flüchtlingsnetzwerk Ilmenau, ISWI e.V., VHS Ilmenau-Arnstadt, jipi gUG und dem DGB-Bildungswerk Thüringen für die bewegende Veranstaltung und haben uns über das rege Interesse gefreut. Auf Radio F.R.E.I.  könnt ihr übrigens in den Reisebericht reinhören.

Hier findet ihr einige Eindrücke der Veranstaltung. Fotograf: Pavel Chatterjee

[1]  https://www.borderline-europe.de/sites/default/files/projekte_files/2017_12_01_Rebehn_Zwischen%20Hoffnung%20und%20Hoffnungslosigkeit-%20Obdachlosigkeit%20von%20Gefl%C3%BCchteten%20in%20Rom.pdf

[2] https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/fluechtlinge-italien-100.html

[3] https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/fluechtlinge-italien-147.html